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Sascha

 

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Donnerstag, 22. Februar 2008

12:37

12:06

12:03


310 Km/h mit Nagel im Profil

Mittwoch, 20. Februar 2008, heute Morgen klopfte ein junger Mann – oh Gott, bin ich jetzt schon so alt geworden, dass ich männliche Mittzwanziger als „junger Mann“ bezeichne – an meine Scheibe, um mich auf den niedrigen Luftdruck meines linken Hinterreifens aufmerksam zu machen.

Mein Reifenhändler offenbarte mir gegen Mittag die schaurige Ursache des schwindenden Luftdrucks: ein Nagel.

Die stark in Mitleidenschaft gezogene Beschaffenheit dieses Nagels – vollkommen im Profil eingebettet – leis darauf schließen, dass dieser schon etliche Kilometer mein Wegbegleiter gewesen sein musste.

Im Geiste spulte ich flugs nach dieser Entdeckung etliche Wege der vergangenen Wochen rückwärts ab. Mindestens drei mahl tauchte die 300 mit roten Ziffern vor meinem geistigen Auge auf.

Woher nimmt mein Schutzengel die Energie für seinen Eifer?


Bizarre Logik

Sonntag, 17. Februar 2008, ich glaube das ein intuitives Verständnis für David Lynch Filme, ein konkreter Nachweis für eine Psychose sein könnte.


Samstag, 16. Februar 2008

18:51


Freitag, 15. Februar 2008

13:09


Ortwin und diese Frau

Dienstag, 12. Februar 2008, wir saßen in eines dieser schicken Cafés, quatschten über David Lynch Filme und ergötzten uns an den Bewegungen der quirligen Kellnerin, als plötzlich eine Frau an unseren Tisch trat.

<<Wir müssen reden>>! Mit diesen weltweit überstrapazieren Satz setzte sich diese auch schon unaufgefordert an unseren Tisch. Natürlich hatte sie zu meiner Erleichterung nicht zu mir gesprochen, suchte sie doch vergeblich, mit allzu weit aufgerissenen Augen Blickkotakt zu Ortwin. Doch da dieser keinerlei Anstalten machte, seinen Blick von dem kleinen Arsch der Bedienung zu nehmen, begann diese, mir vollkommen unbekannte, Frau mich wahrzunehmen. <<Wer bist du nur >>? Fragte mich die, die aus dem Nichts erschienen war und nun an unseren Tisch saß, forsch und verachtungsvoll. Als wäre ich, nur durch den Umstand mit Ortwin an einem Tisch zu sitzen, bereits Teil eines Problems, dessen Ursprung mir unbekannt war. Meine Verunsicherung hatte mich in Sekunden verraten und mir wieder einmahl die Rolle meines Lebens zugewiesen.

<<Ich, ich>> .. .

<<Ich, ich>>, äffte sie mich nach und suchte wieder den Blick von Ortwin. Sie atmete schwer, hektische Flecken säumten ihren blassen Hals und ihre zarte Oberlippe wurde von winzigen Schweißperlen gekrönt, die sie verlegen mit dem Ärmel ihres Mantels verschwinden lies. War sie von Café zu Café gelaufen, auf der Suche nach ihm, nach Ortwin dem Soziopathen?

<<Darf ich ihnen auch etwas bringen>>! Die süße Kellnerin war plötzlich erschienen. Übermütig und immunisiert machte sie ihren Job.

<<Ich möchte nichts>>! Diese Frau konnte nichts zu sich nehmen. Viel zu aufgebracht war sie. Doch aus welchem Grund?

<<Ein Glas Wasser vielleicht>>? Die unbekannte Frau antwortete nur mit einem Blick, dessen Aussage sogar von der automatisierten Wahrnehmung der Kellnerin erfasst wurde. Nachdem diese innerhalb eines Wimpernschlages, verschwunden war, gesellte sich Ortwin zu uns.

<<Was ist dein Begehr, verfluchte Metze>>! Ja, Ortwin spricht wirklich so und nein, ich habe keine Ahnung aus welchem Grund.

            <<Das muss aufhören>>! Anscheinend hatte sie diese schroffe und ungewöhnliche Begrüßung lediglich als Möglichkeit wahrgenommen Ortwin – von was auch immer – zu überzeugen.

            <<Warum nur? Sieh doch, wie beherzt und entschlossen dich mein Beitrag machte. Du musst begreifen, das mein Handeln – wie grausam und furchtbar es dir auch erscheinen mag – lediglich als Schöpfungsprozess zu verstehen ist >>! Die Unbekannte schluckte, vermutlich wäre ihr beinah gegen ihr Streben ein Flehen oder ein Wimmern entflohen. In ihren Augen verwässerte sich jegliche Entschlossenheit. <<Sieh es ein verfluchtes Weib, du wirst mich nicht los, bis das Soll deiner Busse getilgt ist, und nun verschwinde, Miststück>> und die Frau tat wie ihr geheißen.

19:12


Einträchtige Arroganz

Montag, 11. Februar 2008, ihr habt die Fähigkeit zu lieben in mir abgetötet.


Ich schalte dich aus!

Sonntag, 10. Februar 2008, du bist ein hypnotischer Dieb. Hast mich all die Jahre in deinem Bann isoliert und mit Stumpfsinn ernährt.

Ich war viel zu jung, als ich deine Präsenz zur einzigen Lichtquelle meines Zimmers machte.

Ich speise meine Seele nicht mehr mit deinem Licht.

Du bist letzte von mir zu bewältigende Sucht.

TV.


Mein Frauentyp

Samstag, 9. Februar 2008, ich kenne den Ursprung meines Schönheitsempfindens nicht. Aus welchen Teilstücken setzte sich das Ideal meines Frauenbildes zusammen? Keine mir im Leben begegnete Frau diente mir als Leitbild meiner Begierde – und nein, an alle Freudianer, auch nicht meine Mutter.

Natürlich gab es Frauen, in denen ich Reflexionen meines Abgotts zu erkennen glaubte, doch diese Irrwische führten mich nur in die Finsternis.

Alle Versuche mich durch die Vernichtung dieses Musterbildes von allen Einschränkungen zu befreien, schlugen fehl.

Vielleicht sind die Ursprünge aller unerklärlichen Neigungen in den Verästelungen voriger, oder in den Wipfeln zukünftiger Leben zu finden. Scheiße!


Das Geschwätz

Freitag, 8. Februar 2008, das Geschwätz schlägt mir auf meine geschundenen Synapsen und perforiert mir den Verstand.


Au, Au!

Donnerstag, 7. Februar 2008, der Köper maßregelt den Geist. Gegen Mittag Gichtattacke in der rechten Hand erlitten. Ja, erlitten! Und ja ich bin theatralisch!


Unzerkaute Gedanken

Mittwoch, 6. Februar 2008, was streckst du mir die rechte Hand zum Gruße entgegen? Neckst mich, mit der idiotischen Geste einer Ideologie, der du und einst selbst zum Opfer gefallen währst. Warum sitzt du an meinen Tisch teilest das Brot mit mir?

Wegen dir Vater, wegen dir!

Warum suchst du, die Gegenwart solcher Gestallten und drängst diese so rücksichtslos in unsere Familie.

Des Friedens Willen schlucke ich die mir servierten Köstlichkeiten, doch all das verbittert mir die Seele und das Dessert.


Hallo Baby

Dienstag, 5. Februar 2008, du bist wunderschön!


Träume sind Schäume!

Montag, 4. Februar 2008, wieder und wieder begegne ich Dir. Unvermeidlich, dass ich im Schlaf zunehmend Zuflucht suche. Nimmst Du unsere Begegnungen auch war? Diese unantastbaren und von Güte erfüllten Momente?

Ich wünsche es mir so sehr!

Selten sprechen wir zueinander. Behutsam und rücksichtvoll ist unser Umgang. Erlittenen wir doch gleiches Leid, durch die unkontrollierbare Wucht der Worte. Wir heilen unsere Wunden durch verschwiegene Anteilnahme.

Ein beunruhigender Gedanke entzieht mir jedoch gelegentlich den Schlaf.

Was wäre, wen wir tatsächlich denselben Traum träumten, doch Du meinen Wunschtraum nur als Albtraum wahrzunehmen fähig bist? Wen ich Dir im Traum, wie im Leben, nur noch als Feind erscheinen kann?

Wie wenig Träume doch mit der Realität gemein haben können.


Lofast

Sonntag, 3. Februar 2008, bis vierzehn Uhr geschlafen und mich somit für Stunden der schwelenden Anspannung entzogen.

Anschließend, Flucht in altbekannte Kunstwelten.

Durst, sehr viel Durst, doch trank nichts.

Das ist nebenbei das Konterfei meines Avatars.

Eine gewisse Ähnlichkeit ist wohl nicht zu leugnen.


Die Nähe!

Samstag, 2. Februar 2008, habe mir auch heute die Nähe von Menschen auferzwungen.

Die Nähe!

Ein Wandel meiner Person, durch die Umkehrung meiner Verhaltensweisen zu erlangen, war mein Zeil.

Die Nähe!

Das Knoblaucharoma des Mannes auf den Sitz neben mir habe ich immer noch in der Nase und die dämlichen Dialoge der Gruppe in der Reihe vor mir immer noch in den Ohren.

Die Nähe!

Der Film, den ich mir gemeinsam mit all diesen Menschen ansah – ein Liebesfilm, in dem einer der Protagonisten sich vergeblich bemühte dem Alkohol zu entziehen – bot mir freilich wenig Zuflucht.

Die Nähe!


Ersatzdroge

Freitag, 1. Februar 2008, zwischen Zwängen, Sehnsüchten und Aggressionen drifte ich der Strömung meines Schicksals entgegen.

Habe mich bereits seit einunddreißig Tagen dem Alkohol entsagt.

Ja, natürlich bin ich stolz auf diese Leistung. Obgleich dieser Sieg, bislang nur meinem Körper dienlich war – sieben Kilo abgenommen. Nein, mein Körper ist mir nicht allzu wertvoll.

Von meinem Umfeld wurde während dieser Entsagung – soweit mir dies zu beurteilen möglich ist – zu keinem Zeitpunkt Nachsicht abverlangt.

Dennoch haftet diesem Sieg nichts Glorreiches an. Zu lautlos ist das mich umschließende Schweigen.

Ist doch die Gegenwart eines Trinkers weitaus behaglicher als die Präsenz eines sich neu definierenden Individuums.

Drauf geschissen habe in Isolation getrunken und werde in dieser nüchtern bestehen.


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